Altbausanierung Kosten: Womit Sie in Berlin rechnen sollten
Veröffentlichte Richtwerte für eine Altbausanierung liegen zwischen rund 400 und 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Hier sehen Sie, woher die Zahlen stammen, warum sie so weit auseinanderliegen und wie eine Beispielrechnung für eine Berliner Altbauwohnung aussieht.
- Richtwerte pro m² aus drei Quellen mit Datum im Vergleich
- Kostenblöcke von Elektrik bis Fassade einzeln aufgeschlüsselt
- Rechenbeispiel für eine 80-m²-Wohnung in Berlin
- Förderung durch BAFA und KfW, Stand Oktober 2026


Die kurze Antwort: zwischen 400 und 2.500 Euro pro Quadratmeter
Wer in Berlin eine Altbauwohnung kauft, erbt oder nach einem langen Mietverhältnis zurückbekommt, stellt meist zuerst eine Frage: Mit welcher Summe muss ich rechnen? Veröffentlichte Richtwerte für eine Altbausanierung reichen von rund 400 Euro (Dr. Klein) bis 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (VENTIS). Für Altbauten mit strengen Denkmalvorgaben nennt Haspa Insider über 2.200 Euro pro Quadratmeter.
Am unteren Ende stehen Sanierungen, bei denen Leitungen, Bad und Oberflächen erneuert werden. Oben landen Kernsanierungen, bei denen fast nur Mauerwerk, Decken und Treppenhaus bleiben, und beim ganzen Haus zusätzlich Dach, Fassade und Dämmung. Eine Altbauwohnung mit 80 Quadratmetern kann deshalb 40.000 Euro kosten oder 200.000 Euro, je nachdem, was gemacht wird.
Alle Zahlen auf dieser Seite sind Richtwerte aus veröffentlichten Quellen, jeweils mit Herkunft und Datum. Sie sind kein Angebot und keine Preise von AK-Bau, helfen aber, das eigene Budget grob einzuordnen und Angebote besser zu lesen.


Was kostet eine Altbausanierung pro m²?
Quadratmeterpreise sind die gängigste Form, Sanierungskosten anzugeben. Sie beziehen sich in den folgenden Quellen auf die Wohnfläche, nicht auf die Bodenfläche einzelner Räume. Die Tabelle zeigt, was Finanzierer, Banken und ein Berliner Bauträger aktuell veröffentlichen:
| Quelle | Richtwert pro m² Wohnfläche | Worauf sich der Wert bezieht | Stand |
|---|---|---|---|
| Dr. Klein | rund 400 bis 1.000 € | komplette Altbausanierung, Ratgeber zum Sanieren eines alten Hauses | 26.07.2024 |
| Haspa Insider | 800 bis 1.000 € | Basis-Sanierung: Elektrik, Rohrsysteme, kosmetische Renovierung, keine komplette Dämmung | 05.10.2026 |
| Haspa Insider | 1.500 bis 2.000 € | Kernsanierung auf Effizienzhaus-Standard mit Heizung, Dämmung, Fenstern | 05.10.2026 |
| Haspa Insider | ab 2.200 € | Luxus-Kernsanierung, laut Quelle auch bei strengen Denkmalschutzvorgaben | 05.10.2026 |
| VENTIS (Bauträger, Berlin) | 500 bis 900 € | einfache Modernisierung einer Berliner Altbau-Eigentumswohnung | ohne Datum |
| VENTIS (Bauträger, Berlin) | 1.500 bis 2.500 € | Kernsanierung einer Berliner Altbau-Eigentumswohnung | ohne Datum |
Für Berlin ist die VENTIS-Angabe am nächsten dran, weil sie sich ausdrücklich auf Altbau-Eigentumswohnungen in der Stadt bezieht. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung nennt VENTIS rund 40.000 bis 70.000 Euro für eine moderate Renovierung und 120.000 bis 200.000 Euro für eine vollständige Kernsanierung.
Nützlich sind die Werte nur, wenn Sie die passende Zeile wählen. Eine Wohnung, in der Elektrik und Bad neu werden sollen, die Dielen aber bleiben, gehört nicht in die Zeile für Kernsanierungen. Umgekehrt ist ein Haus mit undichtem Dach und alter Ölheizung mit 400 Euro pro Quadratmeter kaum zu sanieren.
Warum die Angaben so weit auseinanderliegen
Legt man die Quellen nebeneinander, fällt auf: Der höchste Wert ist mehr als sechsmal so hoch wie der niedrigste. Falsch ist deshalb keine der Angaben. Sie messen nur verschiedene Dinge.
Haus oder Wohnung
Ratgeber zum Sanieren eines alten Hauses rechnen Dach, Fassade, Keller und Heizungsanlage mit ein. In einer Eigentumswohnung gehören genau diese Bauteile in der Regel zum Gemeinschaftseigentum. Sie zahlen dafür über das Hausgeld und Sonderumlagen, nicht über Ihr eigenes Sanierungsbudget. Ein Hauspreis pro Quadratmeter passt deshalb nicht auf eine Etagenwohnung im Gründerzeithaus.
Energetisch oder innen
Viel von der Spanne entfällt auf die energetische Sanierung mit Dämmung, Fenstern und Heizung. Bei Haspa Insider ist genau das der Unterschied zwischen der Basis-Sanierung mit 800 bis 1.000 Euro und dem Effizienzhaus-Standard mit 1.500 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter. Wer nur innen saniert, bewegt sich eher am unteren Rand.
Das Datum der Quelle
Der Dr.-Klein-Ratgeber stammt vom Juli 2024. Seitdem sind die Baupreise weiter gestiegen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldet für die Instandhaltung von Wohngebäuden in Berlin im August 2026 ein Plus von 9,2 % gegenüber dem Vorjahr, und das betrifft nur die letzten zwölf Monate. Eine Zahl von 2024 ist heute also eher eine Untergrenze.
Baujahr und Haustyp
Auch das Alter des Hauses verschiebt die Kosten, weil jede Bauepoche ihre eigenen Schwachstellen hat. Dr. Klein nennt für Häuser ab Ende des 19. Jahrhunderts vor allem Rohr- und Stromleitungen sowie Fenster als Problemfelder und warnt vor hohen Kosten, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Bei Häusern ab 1950 rät dieselbe Quelle, auf Asbest zu achten und Wasserrohre auf Blei testen zu lassen. Schallschutz und Dämmung fehlen dort oft, die Wände sind meist dünn. In Berlin stehen beide Typen häufig nebeneinander: das Gründerzeithaus mit Stuck und das Nachkriegsgebäude in der Baulücke daneben. Eine Quadratmeterzahl, die beide Fälle gleich behandelt, hilft Ihnen wenig.
Land, Ausstattung und was im Preis steckt
In den Suchergebnissen tauchen auch österreichische Ratgeber auf, zum Beispiel von infina.at. Deren Zahlen beruhen auf einem anderen Markt mit anderen Lohnkosten und Förderregeln und passen nicht zu Berlin. Hinzu kommt das Ausstattungsniveau: Die Haspa-Spanne ab 2.200 Euro enthält ausdrücklich Smart-Home-Technik, Architektenleistungen und Fußbodenheizung. Ob Planungskosten, Entsorgung oder Gerüst eingerechnet sind, steht selten dabei.
Selbst bei einzelnen Gewerken weichen die Quellen ab. Dr. Klein nennt für die Elektrik 85 bis 130 Euro pro Quadratmeter, für 80 Quadratmeter wären das 6.800 bis 10.400 Euro. VENTIS setzt für eine komplett neue Elektroinstallation 8.000 bis 20.000 Euro an. Beide Werte sind plausibel, sie beschreiben nur unterschiedlich umfangreiche Arbeiten. Entscheidend ist, in welchem Zustand Ihre Leitungen tatsächlich sind.
Teilsanierung, Komplettsanierung, Kernsanierung: Was steckt jeweils drin?
Die drei Begriffe werden oft durcheinandergeworfen, für die Kosten macht die Unterscheidung aber den größten Unterschied.
Eine Teilsanierung greift einzelne Bereiche heraus, etwa das Bad, die Küche, die Böden oder die Elektrik. Der Rest der Wohnung bleibt, wie er ist. VENTIS ordnet solche gezielten Einzelmaßnahmen bei 500 bis 900 Euro pro Quadratmeter ein. Teilsanierungen sind sinnvoll, wenn die Substanz gut ist und nur einzelne Bauteile am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind.
Bei einer Komplettsanierung wird die Wohnung in allen Räumen überarbeitet: Leitungen, Bad, Böden, Wände, Türen. Grundriss und tragende Bauteile bleiben weitgehend unverändert. Kosten zwischen den beiden Polen sind hier typisch, je nachdem, wie viel aufgearbeitet und wie viel ersetzt wird.
Die Kernsanierung geht am weitesten. Die Wohnung wird bis auf Rohbau, Decken und tragende Wände zurückgebaut, alle technischen Anlagen werden erneuert, oft ändert sich auch der Grundriss. Für eine Kernsanierung im Altbau nennen Haspa Insider 1.500 bis 2.000 Euro und VENTIS 1.500 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Beim ganzen Haus gehören energetische Maßnahmen an der Hülle meist dazu.
Renovierung, Modernisierung, Sanierung: drei Begriffe, drei Budgets
Eine Renovierung frischt Oberflächen auf: Wände streichen, Böden abschleifen, Türen lackieren. An der Technik ändert sich nichts. Eine Modernisierung verbessert den Standard über den ursprünglichen Zustand hinaus, zum Beispiel mit neuen Fenstern, einer besseren Heizung oder einem zusätzlichen Bad. Eine Sanierung beseitigt Mängel und Schäden, also feuchte Wände, marode Leitungen oder geschädigte Balken.
In der Praxis mischen sich die drei fast immer. Wichtig ist der Unterschied trotzdem: Wer in einer über hundert Jahre alten Wohnung nur renovieren lässt, zahlt unter Umständen zweimal, weil die Wände für spätere Leitungsarbeiten wieder aufgemacht werden. Bei vermieteten Wohnungen hat die Einordnung zudem mietrechtliche Folgen, dazu sollten Sie sich gesondert beraten lassen.


Die großen Kostenblöcke im Altbau
Wer seine Sanierung nicht pauschal pro Quadratmeter, sondern nach Gewerken plant, sieht schneller, wo das Geld hingeht. Die folgenden Richtwerte stammen aus den genannten Quellen. Was technisch hinter den einzelnen Gewerken steckt, beschreiben wir auf den verlinkten Leistungsseiten und im Überblick zur Sanierung von Berliner Altbauten.
Elektrik und Leitungen
Die beiden Richtwerte für die Elektrik von Dr. Klein und VENTIS stehen weiter oben bei den abweichenden Angaben. Für neue Wasserleitungen nennt Dr. Klein Kosten ab 35 Euro pro Quadratmeter (Stand 2024). Teuer wird es weniger durch Kabel und Rohre als durch Schlitze, Putz und Nacharbeit in jedem Raum.
Heizung und Warmwasser
Eine neue Heizungsanlage inklusive Heizkörpern veranschlagt VENTIS mit 10.000 bis 20.000 Euro, Dr. Klein setzt für die Heizung „ab 12.000 Euro“ an. In Berliner Altbauwohnungen findet man oft Gasetagenheizungen, im Haus kann aber auch eine Zentralheizung laufen, die nur über die Eigentümergemeinschaft getauscht werden kann. Die Planung für Heizung und Sanitär hängt deshalb stark davon ab, was im Sondereigentum liegt.
Bad
Eine vollständige Badsanierung liegt laut VENTIS typischerweise zwischen 12.000 und 30.000 Euro. Im Altbau kommt oft hinzu, dass das Bad nachträglich eingebaut wurde und die Abwasserleitung nicht dort liegt, wo man sie gern hätte. Wenn die Toilette den Platz wechseln soll, verändert das den Preis spürbar. Wie wir dabei vorgehen, zeigt die Seite zur Badsanierung in Berlin.
Böden und Dielen
Für Bodenbeläge nennt VENTIS 30 bis 150 Euro pro Quadratmeter, je nach Material. Altbau-Dielen sind dabei ein Sonderfall: Lassen sie sich abschleifen und ölen, ist das in vielen Fällen günstiger als ein neuer Belag. Sind sie durchgetreten oder wurmstichig, wird es teurer als gedacht, weil der Unterbau mit dazugehört. Wie Dielen und Parkett aufgearbeitet werden, erklären wir bei der Bodenrenovierung und Parkettpflege.
Fenster
Hier gehen die Zahlen besonders weit auseinander. VENTIS rechnet mit 800 bis 2.500 Euro je Fenster, Dr. Klein nannte 2024 rund 500 Euro für ein dreifach verglastes Fenster. Der Unterschied erklärt sich durch Größe, Material und Einbau: Ein raumhohes Altbaufenster mit Holzrahmen ist kein Standardfenster aus dem Katalog. Viele Berliner Altbauten haben noch Kastendoppelfenster, die sich oft aufarbeiten lassen. Für die Aufarbeitung liegen in den hier verwendeten Quellen keine Richtwerte vor. In Eigentumswohnungen sind Fenster außerdem in der Regel Gemeinschaftseigentum.
Decken und Wände
Putz, Trockenbau, Malerarbeiten und Türen werden oft unterschätzt, weil sie kleinteilig sind. VENTIS setzt für Trockenbau und Wandarbeiten 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter an und weist auf einen typischen Berliner Zusammenhang hin: Wer die Elektrik erneuert, legt häufig auch Wände auf, was direkt Putz- und Malerarbeiten nach sich zieht. Planen Sie den Block deshalb als eigenen Posten ein. Hohe Altbaudecken machen außerdem jeden Anstrich aufwendiger als in einem Neubau.
Beim ganzen Haus: Dach, Fassade, Dämmung
Besitzen Sie ein ganzes Haus, etwa eine Stadtvilla oder ein Siedlungshaus aus den 1930er Jahren, kommt die Gebäudehülle dazu. Dr. Klein nennt folgende Richtwerte (Stand Juli 2024): Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter, als Vorhangfassade 150 bis 200 Euro, Dach neu dämmen 100 bis 150 Euro, Dach neu decken rund 100 Euro, oberste Geschossdecke dämmen ab 50 Euro und Kellerdecke von unten dämmen 30 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Diese Werte beziehen sich auf die jeweilige Bauteilfläche, nicht auf die Wohnfläche. Wer das Dach ohnehin öffnet, kann über einen Dachgeschossausbau nachdenken, weil Dämmung, Statik und Leitungen dann sowieso auf dem Tisch liegen.
Kosten, die erst beim Öffnen sichtbar werden
Ein Altbau hat in hundert Jahren viele Eigentümer, Handwerker und Moden erlebt. Was unter dem Linoleum oder hinter der Holzverkleidung im Flur liegt, weiß vorher meist niemand genau. Genau diese Positionen sind es, die ein Budget sprengen können, wenn sie nicht eingeplant sind.
Drei Bereiche tauchen immer wieder auf. Erstens Schadstoffe: Alte Bodenplatten, Kleber oder Rohrisolierungen können Asbest enthalten. Dr. Klein beziffert die Asbestentfernung mit etwa 30 bis 45 Euro pro Quadratmeter, dazu kommen Probe und Labor. Zweitens Feuchtigkeit: Gegen aufsteigende Feuchtigkeit nennt dieselbe Quelle 100 bis 500 Euro je laufendem Meter, für eine Kellerabdichtung von innen etwa 250 Euro pro Quadratmeter. Drittens die Holzbalkendecken, deren Balkenköpfe unter alten Bädern oder an Außenwänden geschädigt sein können. Dafür gibt es keine seriöse Pauschale, weil der Aufwand von wenigen Zentimetern bis zur ganzen Deckenhälfte reichen kann.
Was das für Ihren Kostenplan heißt: Rechnen Sie mit einer Reserve. Dr. Klein empfiehlt, etwa 10 % der Kaufpreissumme für solche Fälle einzuplanen, und nennt Schwammbefall als typisches Beispiel. Die Quelle bezieht sich dabei auf den Kaufpreis, nicht auf die Sanierungssumme. Haspa Insider rechnet anders und rät, beim Altbau mindestens 15 bis 20 % der Gesamtsumme für unvorhergesehene Sanierungskosten einzuplanen, im klassischen Altbau oft mehr als in einem Bestandsbau aus den 1980er Jahren. Beide Angaben sind Richtwerte mit unterschiedlicher Bezugsgröße. Je weniger vorher geprüft wurde, desto großzügiger sollte die Reserve ausfallen.
Ein seriöses Angebot benennt solche Unsicherheiten offen, statt sie in einer Pauschale zu verstecken. Typische Schadstoffe und Bauschäden in Berliner Gründerzeithäusern haben wir auf der Seite zur Altbausanierung in Berlin ausführlich beschrieben.


Was Berlin teurer oder aufwendiger macht
Bundesweite Durchschnittswerte unterschätzen Berlin aus zwei Gründen: Die Preise sind zuletzt schneller gestiegen, und die Baustellen selbst sind logistisch anspruchsvoller als ein frei stehendes Haus am Stadtrand.
Die Preise sind zuletzt deutlich gestiegen
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erhebt eigene Baupreisindizes für Berlin. Im August 2026 lagen die Preise für die Instandhaltung von Wohngebäuden 9,2 % über dem Vorjahr, seit Mai 2026 kamen 1,3 % dazu. Ausbauarbeiten verteuerten sich binnen eines Jahres um 7,5 %. Bei Neubauleistungen stiegen in Berlin die Gas-, Wasser- und Entwässerungsarbeiten innerhalb von Gebäuden um 12,1 % und Bodenbelagsarbeiten um 11,3 %, also genau die Gewerke, die auch bei einer Altbausanierung den Ausschlag geben.
Zum Vergleich meldete das Statistische Bundesamt für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden ohne Schönheitsreparaturen im Mai 2026 bundesweit ein Plus von 5,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Monate sind nicht identisch, ein exakter Vergleich ist also nicht möglich. Ältere oder bundesweite Richtwerte dürften für Berlin aber eher zu niedrig liegen.
Seitenflügel, vierter Stock, kein Aufzug
Ein großer Teil der Berliner Altbauwohnungen liegt in Mietshäusern mit Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhaus. Jeder Sack Estrich, jede Badewanne und jede Fensterscheibe wird durch die Toreinfahrt, quer über den Hof und dann Stockwerk für Stockwerk getragen, der Bauschutt nimmt den umgekehrten Weg. Aufzüge sind in Seitenflügeln die Ausnahme. Für einen Container oder einen Lieferwagen vor dem Haus muss in vielen Straßen eine Halteverbotszone beim Bezirksamt beantragt werden. Das alles kostet Arbeitszeit, die keine Quadratmeterpauschale zeigt.
Genehmigungen und Eigentümerbeschlüsse
Liegt Ihr Haus in einem sozialen Erhaltungsgebiet oder steht es unter Denkmalschutz, brauchen bestimmte Maßnahmen eine Genehmigung des Bezirks. Das kostet vor allem Zeit, kann aber auch Materialien und Ausführung vorgeben und damit den Preis verändern. Haspa Insider beziffert aufwendige Altbausanierungen mit strengen Denkmalschutzvorgaben auf über 2.200 Euro pro Quadratmeter.
In Eigentumswohnungen kommt die Gemeinschaft dazu. Steigleitungen für Wasser, Abwasser und Heizung verlaufen durch alle Etagen. Sollen sie erneuert werden, braucht es in der Regel einen Beschluss der Eigentümerversammlung, und der findet meist nur einmal im Jahr statt. Wer nach dem Kauf schnell sanieren will, sollte deshalb früh mit der Hausverwaltung sprechen.
Rechenbeispiel: 80-m²-Altbauwohnung in Berlin
Das folgende Beispiel ist eine Beispielrechnung, kein Angebot. Gerechnet wird ausschließlich mit den Spannen aus den genannten Quellen. Angenommen ist eine leere Dreizimmerwohnung mit 80 Quadratmetern Wohnfläche in einem Gründerzeithaus, sechs Fenstern, einer Gasetagenheizung und einem alten Bad. Die Wohnung soll technisch erneuert werden, der Grundriss bleibt.
| Posten | Rechenweg | Spanne | Quelle |
|---|---|---|---|
| Elektroinstallation komplett | Pauschale laut Quelle | 8.000 bis 20.000 € | VENTIS |
| Bad vollständig | Pauschale laut Quelle | 12.000 bis 30.000 € | VENTIS |
| Bodenbeläge | 80 m² × 30 bis 150 € | 2.400 bis 12.000 € | VENTIS |
| Fenster | 6 Fenster × 800 bis 2.500 € | 4.800 bis 15.000 € | VENTIS |
| Heizung inklusive Heizkörper | Pauschale laut Quelle | 10.000 bis 20.000 € | VENTIS |
| Summe dieser Posten | 37.200 bis 97.000 € |
Umgerechnet sind das etwa 465 bis gut 1.200 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt die Bausteinrechnung im Bereich der Pauschalwerte: VENTIS nennt für eine moderate Renovierung dieser Wohnungsgröße 40.000 bis 70.000 Euro, die Haspa-Basis-Sanierung ergibt rechnerisch 64.000 bis 80.000 Euro, die Dr.-Klein-Spanne von 2024 32.000 bis 80.000 Euro.
Wichtig ist, was in der Tabelle fehlt. Eine neue Küche kostet laut VENTIS im Einbau ohne Geräte 5.000 bis 15.000 Euro. Für Trockenbau und Wandarbeiten nennt dieselbe Quelle 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter, sagt aber nicht, ob Wand- oder Wohnfläche gemeint ist, deshalb rechnen wir diesen Posten nicht hoch. Innentüren, Malerarbeiten, Schadstoffuntersuchung und Entsorgung fehlen ganz, weil die Quellen dafür keine passenden Werte liefern. Dazu kommt die Reserve: Nach Haspa Insider wären das mindestens 15 bis 20 % der Gesamtsumme. Rechnen Sie diese Posten dazu, landen Sie schnell am oberen Ende der Spanne oder darüber.
Zwei Posten können ganz herausfallen. Sind die Fenster Gemeinschaftseigentum und läuft die Heizung zentral über das Haus, entscheidet darüber die Eigentümergemeinschaft. Die Summe der übrigen drei Posten liegt dann bei 22.400 bis 62.000 Euro. Wird die Wohnung dagegen kernsaniert, mit neuem Grundriss, neuen Decken- und Bodenaufbauten und kompletter Haustechnik, gilt eher die VENTIS-Spanne von 120.000 bis 200.000 Euro.
Der höchste Wert ist gut das Zweieinhalbfache des niedrigsten, obwohl jeder Posten aus derselben Quelle stammt. Wo Ihre eigene Wohnung in dieser Spanne liegt, lässt sich erst nach einer Besichtigung sagen. Wie wir bei einer Wohnungssanierung vorgehen, beschreiben wir auf der verlinkten Seite.
Förderung und Finanzierung
Für energetische Maßnahmen gibt es staatliche Zuschüsse und Kredite. Die folgenden Angaben haben den Stand Oktober 2026. Die Förderrichtlinien wurden 2026 bereits angepasst. Prüfen Sie die Bedingungen deshalb vor jedem Antrag direkt beim Fördergeber.
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, also Dämmung von Außenwänden, Dach, Geschossdecken und Böden sowie neue Fenster und Außentüren, zahlt das BAFA im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) einen Grundfördersatz von 15 % der förderfähigen Ausgaben. Die Mindestinvestition liegt bei 300 Euro brutto. Förderfähig sind höchstens 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vor, steigt diese Grenze auf 60.000 Euro, und es gibt einen Bonus von 5 %. Den Bonus gewährt das BAFA bei Gebäuden mit einer Wohneinheit allerdings erst ab 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben.
Ein vereinfachtes Beispiel für ein Haus mit einer Wohneinheit ohne Sanierungsfahrplan: Kosten Fassadendämmung und Fenster zusammen 40.000 Euro, sind nur 30.000 Euro förderfähig, der Zuschuss beträgt also 4.500 Euro.
Zwei Bedingungen werden oft übersehen. Die Antragstellung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Und zum Zeitpunkt des Antrags muss bereits ein Liefer- oder Leistungsvertrag vorliegen, dessen Gültigkeit an die Förderzusage geknüpft ist. Angebote dürfen Sie vorher einholen, einen unbedingten Auftrag sollten Sie vor dem Antrag nicht unterschreiben. Elektrik, Bad und Böden gehören nicht zu den geförderten Maßnahmen an der Gebäudehülle.
Alle Programme, Fördersätze und Steuervorteile mit Stand 2026 erklärt unser Ratgeber zur Förderung der Altbausanierung.
Eine neue, klimafreundliche Heizung fördert nicht das BAFA, sondern die KfW: Privatpersonen beantragen den Zuschuss im Programm 458, laut KfW sind das 30 % bis zu 80 % der förderfähigen Kosten. Kombinierbar ist er mit dem Ergänzungskredit 358/359. Die Bedingungen wurden zum 21.07.2026 angepasst, maßgeblich ist immer die aktuelle Programmseite der KfW. Für die übrige Finanzierung führt der Weg zu Ihrer Bank. Wer eine Altbauwohnung kauft, kann Kaufpreis und Sanierung oft in einer Finanzierung zusammenfassen. Dafür braucht die Bank einen belastbaren Kostenrahmen, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben.


Lohnt sich die Sanierung? Kauf, Wert und Energiekosten
Gegenüber einem Neubau schneidet die Sanierung beim reinen Baupreis meist gut ab. Haspa Insider setzt die Neubaukosten 2026 mit durchschnittlich 3.500 Euro pro Quadratmeter ohne Grundstück an, eine Kernsanierung mit 1.500 bis 2.000 Euro. In Berlin stellt sich die Frage aber selten so, denn ein Gründerzeithaus in der Innenstadt lässt sich nicht durch einen Neubau ersetzen. Die eigentliche Rechnung lautet: Kaufpreis plus Sanierung gegen den Preis einer bereits sanierten Wohnung in derselben Lage.
Für die Energiekosten gilt: Je schlechter der Ausgangszustand, desto mehr bringt eine energetische Sanierung. Wie viel Sie konkret sparen, hängt von Baujahr, Heizung, Fenstern und Verbrauch ab. Belastbar beziffern kann das ein Energieeffizienz-Experte, der Ihr Gebäude kennt. Der Energieausweis, den Verkäufer vorlegen müssen, gibt eine erste Orientierung.
Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung lohnen sich die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen und der Stand der Erhaltungsrücklage. Daraus lässt sich ablesen, ob Dach, Steigleitungen oder Fassade anstehen und als Sonderumlage auf Sie zukommen könnten. Wer so vorbereitet verhandelt, hat Argumente statt eines Bauchgefühls.


So kommen Sie zu einem belastbaren Kostenrahmen
Für eine Kaufentscheidung, eine Finanzierung oder einen Förderantrag brauchen Sie Zahlen für Ihr Objekt, keine Durchschnittswerte. Ein paar Vorarbeiten helfen: Fotos aller Räume, besonders von Bad, Sicherungskasten, Heizung und Fenstern, ein Grundriss, das Baujahr und eine Liste, was Ihnen wichtig ist und was warten kann. Bei Eigentumswohnungen gehört die Teilungserklärung dazu, damit klar ist, welche Bauteile Ihnen gehören.
Bei AK-Bau erhalten Sie für alle Aufträge einen unverbindlichen Kostenvoranschlag, die Beratung ist kostenlos. Der Weg dorthin hat fünf Schritte:
Anfrage
per Telefon oder Kontaktformular.
Besichtigung
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Ausführung
Eine Projektleitung koordiniert sämtliche Gewerke.
Abnahme
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Als Generalunternehmer sind wir Ihr einziger Ansprechpartner für alle Gewerke. Das in zweiter Generation geführte Unternehmen mit Sitz in Berlin ist Mitglied der Handwerkskammer Berlin, der IHK Berlin und der BG Bau und bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Berliner Baubranche mit. Altbauprojekte haben wir unter anderem in Wilmersdorf, Friedrichshain und Lankwitz umgesetzt, Fotos finden Sie bei den Referenzen. Welche Leistungen wir bei der Sanierung von Altbauten übernehmen, steht auf der Seite zur Altbausanierung in Berlin.
Unsere Empfehlung: Vereinbaren Sie die Besichtigung, bevor Sie Handwerker, Küche oder Umzug verbindlich buchen. Manche Positionen lassen sich allerdings erst sicher beurteilen, wenn Boden oder Wand geöffnet sind. Telefonisch sind wir unter 030 5483 01 02 erreichbar, schriftlich über das Kontaktformular.
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Eingetragen in der Handwerksrolle der Handwerkskammer Berlin (Installateur- und Heizungsbauer)
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